Die sächsische Wirtschaft entwickelt sich seit Jahren positiv. Produktivitätssteigerungen, umsatzstarke Industrie, innovatives Handwerk, ein wachsender Dienstleistungssektor, der konsequente Ausbau moderner Hochtechnologiebranchen sowie die insgesamt gute Konjunktur spiegeln das anhaltende Wirtschaftswachstum im Freistaat Sachsen.

Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten ist auf Rekordniveau, gleichzeitig ist die Nachfrage der heimischen Unternehmen nach gut ausgebildeten Fachkräften so hoch wie noch nie. Von 2005 bis 2017 ist die Zahl der Beschäftigten im Freistaat Sachsen um mehr als 18 Prozent gestiegen. Im gleichen Zeitraum ging die Bevölkerung um insgesamt 4,5 Prozent zurück, die Anzahl der Personen im erwerbsfähigen Alter sank sogar um 11 Prozent. Dass ein Zuwachs an Beschäftigung dennoch gelang, liegt unter anderem daran, dass eine hohe Zahl an Arbeitslosen wieder in Beschäftigung gelangt ist. Die Arbeitslosenquote sank seit 2005 von 18 Prozent auf unter 6 Prozent im Jahresdurchschnitt 2018.

Der Arbeitsmarkt ändert sich

Wir stehen vor einer großen Herausforderung: Zwar sind die Geburtenraten in den letzten Jahren wieder leicht angestiegen, dennoch: eine höhere Lebenserwartung verbunden mit über Jahrzehnten rückläufigen Geburtenraten führt zu einer schrumpfenden und alternden Bevölkerung im Freistaat Sachsen. Die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit schätzt, dass demografisch bedingt im Jahr 2030 gut 328.000 Arbeitskräfte im Freistaat Sachsen fehlen werden. Die Zahl der potenziell erwerbstätigen Menschen wird in diesem Zeitraum durch die hohe Zahl von Renteneintritten noch stärker zurückgehen als die Bevölkerung insgesamt. Das heißt für Sachsen: es fehlt zukünftig sicher nicht an Arbeit, möglicherweise aber an einer ausreichenden Zahl von zur Verfügung stehenden Menschen, die diese Arbeit ausführen. Die aktuelle Herausforderung liegt also in der Deckung dieses Fachkräftebedarfs, dem Erhalt der Beschäftigungsfähigkeit erwerbsfähiger Menschen sowie in den notwendigen Anpassungen der Kompetenzen an die steigenden Anforderungen im Qualifikationsniveau. Hinzu kommt, dass globale Megatrends - wie die zunehmende Digitalisierung und der strukturelle Wandel sowie sich ändernde Wertvorstellungen von Arbeitskräften - die Rahmenbedingungen des sächsischen Arbeitsmarktes mit einer hohen Dynamik weiter verändern.

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Die Zukunft beginnt heute

Wie die Zukunft Sachsens aussieht hängt nicht unwesentlich davon ab, welche Strategien heute entwickelt und umgesetzt werden und welche Wege alle Partner gemeinsam bei der Fachkräftesicherung gehen.  Aus diesem Grund müssen heute die Weichen dafür gestellt werden, dass die Arbeitgeber im Freistaat Sachsen auch zukünftig qualifizierte Kräfte finden. Diese Herausforderung kann weder die Staatsregierung allein bewerkstelligen, noch ist Fachkräftesicherung alleinige Aufgabe der Arbeitgeber. Alle Arbeitsmarktakteure im Freistaat Sachsen müssen gemeinsam agieren, um für die kommenden Herausforderungen bestmöglich aufgestellt zu sein. Deshalb war es der Staatsregierung ein Anliegen, die Fachkräftestrategie von 2012 gemeinsam mit ihren Partnern, den Wirtschafts- und Sozialpartnern (WISO-Partnern), Kammern, Kommunen, der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit sowie weiteren Vertretern der Zivilgesellschaft zu einer Fachkräftestrategie 2030 (FKS 2030) weiterzuentwickeln.

ZIELE GEMEINSAM VERWIRKLICHEN

Im Jahr 2012 erarbeitete die Sächsische Staatsregierung mit der Fachkräftestrategie 2020 zentrale Handlungsfelder und Maßnahmen zur Sicherung des Fachkräfteangebots im Freistaat. Mit der „Fachkräftestrategie 2030 für den Freistaat Sachsen“ liegt nun deren Weiterentwicklung vor. Während sich der Handlungsrahmen der Fachkräftestrategie 2020 noch ausschließlich auf staatliches Handeln bezog, wurde der Blickwinkel nun deutlich geweitet.
Die Fachkräftestrategie 2030 berücksichtigt den Wirkungsbereich aller zentralen sächsischen Akteure, die für die Qualifizierung, Gewinnung und Bindung der Fachkräfte Verantwortung tragen. Ihr gemeinsames Ziel ist es, dass auch im Jahr 2030 jeder Arbeitgeber im Freistaat Sachsen noch ausreichend viele, gut qualifizierte und motivierte Fachkräfte finden und halten kann. Die Fachkräftestrategie 2030 zeigt dabei den gemeinsamen Weg auf, um die Qualifizierung junger Menschen, die Rekrutierung und Aktivierung verschiedener Zielgruppen sowie den Erhalt der Beschäftigungsfähigkeit weiter zu verbessern.

Industriestandort Sachsen erhalten

Schon heute fehlen Fachkräfte in ausgewählten Berufen und Branchen. Der Fachkräftemangel wird zum größten Wachstumsrisiko für den Wirtschaftsstandort Sachsen. Die Gestaltung günstiger Rahmenbedingungen sowie eine zukunftsorientierte Wirtschafts-, Arbeitsmarkt- aber auch Bildungspolitik müssen die notwendigen Voraussetzungen schaffen, um das Fachkräfteangebot über 2020 hinaus zu sichern sowie Stärke und Innovationsfähigkeit der sächsischen Wirtschaft zu gewährleisten. Dabei gilt es, Sachsen als traditionellen Industriestandort weiter auszubauen und als eine der führenden Industrie- und Hochtechnologieregionen in Europa zu profilieren. Ein besonderes Interesse gilt hierbei vor allem den kleinen und mittleren Unternehmen, die die sächsische Wirtschaft prägen. Deren Wachstum und Innovationsfähigkeit hängen allerdings maßgeblich von qualifizierten Fachkräften ab.

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